Nitish - YA MUSA

Wie Lichter der Ewigkeit funkelten die Sterne vom dunklen Himmel herab und breiteten sich Friedlich über die weiten der Wüste aus.
Und die Dunkelheit der Grenzenlosen Freiheit wurde erleuchtet vom Schein des Mondes welcher den Weg wies.
Leichter Wind schmieg sich ans Gesicht während Yamous am Zelt Eingang saß,und dem Treiben des Stammes im Zelt lauschte.
Erinnerungen hatte Yamous schon lange nicht mehr,schon lange nicht.Und in seinen Alt gewordenen und zerschundenen Körper eines Sklaven auch keine Träume oder Hoffnungen mehr.
Schon seit dem frühen Vormittag saß Er da,und es kam Ihm vor es wäre eine viel längere Zeit gewesen.Eine kleine Ewigkeit.
Zeit,was ist das schon,Zeit zählt hier in der Wüste nicht.
Allein was zählte war das Leben.Und es galt es weiter zu geben an die nächste Generation.
Bis in die Ewigkeit villeicht.
Yamous schaute in die weite Dunkle Nacht.Die Dünen schimmerten im Mondschein.
Es plagten keine Erinnerungen.Er wußte nicht mehr wo Er herkam,Yamous war schon immer da.
Bei Youssef,seinem Herrn.
Zusammen aufgewachsen bezwangen Sie die Wüste,die Handelsrouten,die Märkte.
Es war ganz gleich wie sein Name war,wie seine Herkunft.
Wichtig war nur das Er stets seinem Herrn diente.
Viele wünschten sich ja ohnehin so ein Leben,dachte sich Yamous so oft,viele Abenteuerlustige oder davon gelaufene schlossen sich der Karawane an.
Der Unterschied war doch nur die Hautfarbe und die Gelegentlichen Stockhiebe des Herrn.
Und Namen,was sind schon Namen in der Sahara.
Manche wurden nach dem Ort benannt wo Sie einst gekauft worden sind,oder bekamen einen Namen aus einer Laune heraus.
Für die Händler waren Sie doch alle gleich,Schwarz.
Egal ob ein Bauni,Massai,Herere,oder etwas anderes.
Die Jahre waren dennoch schön,dachte jetzt Yamous,aber auch anstrengend.
Geduldig ertrug Er Staub und Hitze,Hunger und Durst.
Und Hoffnungslosigkeit und Trauer.
Mit seinen Herrn ist Er aufgewachsen,und Er versprach einst auch mit Ihm Alt werden zu können.Jetzt wo Youssef zu den Wohlhabendsten der Nomaden gehörte.
Auch durfte Er Lesen und Schreiben lernen,und als Yamous anfing den Koran zu Rezitieren,mit einer Gewaltigen und überaus schöner Stimme,hieß Er in der Weiten der Wüste Ya Musa.
Oft wünschte sich Yamous ein Bilal für seinen Herrn werden zu können,oder gar ein Marabou für seinen Stamm.
Doch Alt zu werden an einen solchen Ort bedeutete für den Diener nicht das gleiche wie für den Herrn.
Schon vor Zwei Monden ritten Sie am Grabe des Großen Marabou vorbei.
Nur ganz kurz hielten Sie an,während Youssef auf das Grab blickte.
Er wirkte nachdenklich,bis Er nach einer Weile Yamous anschaute.
"Ya Musa" sagte Er ganz leise wie Er das schon lange nicht mehr tat,"Ya Musa,der Marabou".
Langsam senkte Youssef den Kopf,mit einer Unendlicher Traurigkeit."Und Er ist Frei der Marabou".
Verächtlich schaute die Herrin zu Yamous rüber,"Und du wirst auch Frei sein"sagte Sie,und bekam ein Einzigartiges Lächeln ins Gesicht.
Yamous wußte was das bedeutete.
Seitdem war nur ein Gedanke in seinem Kopf"Du wirst Frei sein."
Es konnte nicht sein,so ein Schicksal,jetzt wo Er Alt geworden ist,und schon lange Zeit hatte Yamous Angst davor.
Manche Sklaven warteten gar nicht soweit.
Die Alte M`Kebe zum Beispiel welche Amme gewesen ist in den Zelten von gleich mehreren Stämmen,setzte sich eines Tages alleine ins Sand,während alle anderen weiterzogen.
Yamous war damals noch Jung,und es war nur schwer zu verstehen was da passierte.
"Von Staub sind wir und zu Staub werden wir"pflegte sein Herr ganz Weise zu sagen,"Und jeder hat sein Schicksal".
Vor einigen Tagen kam sein Herr zu Yamous hinter dem Zelt,wo Er sich im Schatten auszuruhen pflegte.Sie redeten lange,Unterhielten sich über all die Erlebnisse der Jahre.
Nicht so wie Sklave und sein Herr,nein,sondern wie zwei Freunde,ja sogar wie zwei Brüder.
Schließlich brachte die Herrin etwas Tee,und es schien das Sie Youssef bedrängen würde.
Schließlich bat Youssef,Yamous möge etwas Rezitieren,etwas über das Paradies.
Yamous wurde ganz Kalt im Körper,Angst ergriff Ihn.Doch so brav wie Er auch war,treuer Diener seines Herrn,fing an zu Rezitieren.
Zum Schluß umarmte Ihn Youssef,"Ya Musa,du bist Frei."
Yamous war Still und starrte seinen Herrn an.Dieser jedoch deutete auf seine Kleider.
Die Zeit verging schnell,doch was ist schon Zeit in der Wüste.Er zog sich aus und überreichte seine Kleider.
"Yallah",drängete die Herrin und ließen Yamous alleine.
Er ging nun den letzten Weg eines Dieners,eines Sklaven.Noch drei Tage lang ging Er von Zelt zu Zelt und bot seine Dienste an.
Aber niemand wollte Ihn,wußten Sie doch das er alt war.Und Wasser und Nahrung war knapp bemessen.
Schließlich setzte Er sich ans Zelt Eingang,und lauschte.
Lauschte nach dem Leben,nach dem Treiben was herinnen war,und wo Er nun keinen Platz mehr hatte.
Irgendwann ertönte der Azan,Samir der jüngste rief Ihn aus.dann hörte Yamous seinen Herrn erklingen,die Sure al Waqiah.
Er wußte was dies bedeutete,und auch das es nur für Ihn war.dem Sklaven.
Yamous stand langsam auf,und ging auf die Düne zu.Es war Dunkel und Kalt,der Sand schimmerte im Mondschein.
Nocheinmal lauschte Yamous in die Nacht,und legte sich in den Sand.
"Von Staub sind wir,und zu Staub werden wir",dachte Er noch einmal.
Und dann blieb Er ruhig.
Nie wieder bewegte sich Yamous,nie wieder ritt Er auf einen Kamel,oder Rezitierte irgendwas.
Nie wieder Diente er seinen Herrn.
Noch zwei Tage lang gingen die Kinder hinaus,und schauten ob Er sich bewegte,aber keines von Ihnen lachte oder kicherte.
Die Karawane zog weiter,und zurück blieb Yamous,bis Er zu Staub wurde.

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